Sozial- und Gesundheitseinrichtung

Aus Living Lab AAL
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sozial- und Gesundheitseinrichtungen erbringen Leistungen für Menschen mit Versorgungsbedarf. Sie können öffentlich oder privat finanziert sein und sind innerhalb der Versorgungskette fast immer getrennt organisiert. Die Sozial-, Gesundheits- und Krankenversorgung zählt zur Daseinsvorsorge, die sich auch den Herausforderungen der digitalen Transformation stellt. [1]

Sozialeinrichtungen

Es handelt sich primär um Einrichtungen für die stationäre oder häusliche Pflege und Betreuung von Menschen mit erweitertem Versorgungsbedarf [2]. Einzelne Organisationen decken oft nur einen Teil des Pflege- und Betreuungsbedarfs ab. Es gibt Wohneinrichtungen (z.B. Wohngemeinschaften) mit Betreuung im Bedarfsfall, stationäre Pflegeeinrichtungen (z.B. Pflegeheime), teilstationäre Betreuungseinrichtungen (z.B. Tagesbetreuungsstätten) und Einrichtungen, die mobile Dienste anbieten (z.B. Hauskrankenpflege). Große Organisationen (z.B. Caritas) decken das gesamte Spektrum ab. Sozialeinrichtungen weisen aufgrund der Bedeutung der sozialen Interaktion und zwischenmenschlichen Fürsorgearbeit ein geringeres Digitalisierungspotenzial auf. Dennoch verändert der Einsatz von Software, mobilen Endgeräten, Sensortechnik und Robotik die Arbeit der Beschäftigten auch in Pflege und Betreuung.[3]

Gesundheitseinrichtungen

Hier handelt es sich um Einrichtungen für die stationäre oder ambulante Prävention und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen [2]. Dazu zählen die stationären und teilstationären Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationszentren oder Rettungsdienste sowie die ambulanten Einrichtungen mit den Praxen von Ärzten und anderen medizinischen Berufen (z.B. Physiotherapie) als auch Apotheken und der Gesundheitseinzelhandel. Diese Organisationen werden auch als die Leistungserbringer im Gesundheitswesen bezeichnet. Digitalisierte Medizinprodukte werden in der modernen Gesundheitsversorgung von zunehmender Bedeutung sein und unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung medizinische Leistungen nachhaltig unterstützen.[4]

Versorgungskette

Im Laufe eines Lebens durchlaufen Menschen wiederholt mehrere Einrichtungen entlang einer sog. Versorgungskette (engl. continuum of care) mit unterschiedlicher Versorgungsintensität. Mit einer sektorenübergreifenden Versorgung von Menschen (integrierte Versorgung) versucht man die oft noch starren Grenzen der Leistungsbereiche aufzubrechen[5]. Die Informations- und Kommunikationstechnik spielt bei der integrierten Versorgung eine wichtige Rolle. Man verspricht sich dadurch nicht nur höhere Effizienz der Leistungserbringer, sondern auch eine höhere Versorgungsqualität.

Einzelnachweise

  1. Füracker, A. (2018). Daseinsvorsorge im Wandel durch Digitalisierung. In Digitalisierung im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Recht (pp. 97-108). Springer Gabler, Berlin, Heidelberg.
  2. 2,0 2,1 Hagemann, T. (2017). Digitalisierung und technische Assistenz im Sozial-und Gesundheitswesen. In: Gestaltung des Sozial-und Gesundheitswesens im Zeitalter von Digitalisierung und technischer Assistenz (pp. 9-18). Nomos Verlagsgesellschaft.
  3. Daum, M. (2017). Digitalisierung und Technisierung der Pflege in Deutschland. Aktuelle Trends und ihre Folgewirkungen auf Arbeitsorganisation, Beschäftigung und Qualifizierung. DAA Stiftung, Hamburg.
  4. Zauner, M., Ring, M., & Böhler, A. (2018). Digitalisierte Medizintechnik–vom Forscher zum Unternehmer. In Entrepreneurship im Gesundheitswesen II (pp. 19-31). Springer Gabler, Wiesbaden.
  5. Schubert, H. (Ed.). (2018). Integrierte Sozialplanung für die Versorgung im Alter: Grundlagen, Bausteine, Praxisbeispiele. Springer-Verlag.