Nationale und internationale Normen und Standards

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Normen und Standards dienen als freiwillige Leitlinien für Produkte, Dienstleistungen und Verfahren. Sie helfen unter anderem, Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen für Verbraucher*innen und Umwelt zu gewährleisten, und fördern die Interoperabilität zwischen Produkten und Dienstleistungen[1]. Im folgenden werden die für den deutschsprachigen Raum wichtigsten nationalen und internationalen Normen und Standards kurz beschrieben.

DIN-Norm

Eine DIN-Norm ist eine freiwilliger Norm für Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren. DIN Normen werden unter Leitung des Deutschen Instituts für Normung e.v. erarbeitet. Normungsanträge werden unter Mitwirkung der Interessengruppen und „von Experten aus Wirtschaft und Forschung, von Verbraucherseite und der öffentlichen Hand“ entwickelt und beurteilt. Zur Zeit (Stand 2020) bestehen etwa 34‘000 DIN-Normen. Ein landläufig bekanntes Beispiel ist die Papiergrösse DIN A4. Zusätzlich entwickelt das Deutsche Institut für Normung e.v. auch Standards (DIN-Spec). DIN-Spec werden durch kleiner Gremien erstellt und können als Grundlage für die Entwicklung von DIN-Normen dienen [2]

Europäische Normen (EN)

Für die Verabschiedung Europäischer Normen sind drei verschiedene Gremien verantwortlich: die Europäischen Komitees für Normung (CEN) und für elektrotechnische Normung (CENELEC) sowie das Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI). Europäische Normen sind in den EU-Mitgliedstaaten den nationalen Normen gleichgestellt, inkompatible nationale Normen werden zurückgezogen. Ein Beispiel ist die EN 301 549, die europäische Norm für web-basierte und nicht web-basierte Anwendungen, Dokumente und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im öffentlichen Bereich[1].

Internationale Organisation für Normung (ISO)

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) erarbeitet internationale Normen in allen Bereichen ausser der Elektrik, Elektronik, und Telekommunikation. Die ISO hat ihren Sitz in Genf in der Schweiz. Ihr gehören 164 nationale Normierungsorganisationen an (Stand 2020). Beispiel für eine ISO-Norm sind die MPEG-Standards für Verfahren zu Video- und Audiodatenkompression, zum Beispiel das weit verbreitete MP3-Format (ISO/IEC 11172-3, ISO/IEC 13818-3, ISO/IEC-14496) [3].

International Electrotechnical Commission (IEC)

Die International Electrotechnical Commission (IEC)ist eine in Genf ansässige internationale Normungsorganisation, welche Normen im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik definiert[4]. Beispiele für IEC Normen sind Normen für Bussysteme in der Gebäudeautomation wie DALI (DIN EN IEC 62386-216) und KNX (ISO/IEC 14543-3).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Europäische Union. (2020). Europäische Normen. Verfügbar unter https://europa.eu/youreurope/business/product-requirements/standards/standards-in-europe/index_de.htm
  2. Deutsches Institut für Normung e.v. (2020). DIN – kurz erklärt. Verfügbar unter https://www.din.de/de/ueber-normen-und-standards/basiswissen
  3. International Organization for Standardization. 2020. About us. Verfügbar unter: https://www.iso.org/about-us.html
  4. International Electrotechnical Commission. (2020). About the IEC. Verfügbar unter https://www.iec.ch