Nachhaltigkeit von technischen Projekten

Aus Living Lab AAL
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Nachhaltigkeit ist ein Begriff aus der Forstwirtschaft, der in diesem Kontext bereits im 18. Jahrhundert geprägt wurde [1].

Wörtlich wird das Prinzip der Nachhaltigkeit dort wie folgt beschrieben:

„Wird derhalben die gröste Kunst / Wissenschafft / Fleiß / und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse [im Sinne von Wesen, Dasein, d. Verf.] nicht bleiben mag.“ (S. 105–106 in der „Sylvicultura Oeconomica“).

Nachhaltigkeit im klassischen Sinne lässt sich also als eine verantwortungsvolle Nutzung einer Ressource beschreiben, bei deren Verwendung darauf geachtet wird, dass eine fortführende Nutzung möglich ist. Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde im 20. Jahrhundert allmählich auch auf verschiedene Lebensbereiche, darunter die Energie- und Landwirtschaft, das alltägliche Leben und den Verkehr ausgedehnt. Als Handlungsprinzip beruht sie heute auf den drei Säulen Wirtschaft, Soziales und Ökologie. Sie dient vor allem in der Politik als Leitgedanke, mit Ressourcen verantwortungsbewusst, sozial und vor allem umweltverträglich umzugehen. Grundsätzlich geht es bei der Nachhaltigkeit wie schon bei dem von Carlowitz geprägten Begriff darum, Rohstoffe der Natur nur dann zu entnehmen, wenn sie sich wieder regenerieren können.

Die Nachhaltigkeit von technischen Projekten wird auf Basis dieses Grundgedanken entwickelt. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Projektergebnisse in anderen, neuen Kontexten von Beteiligten und Nichtbeteiligten genutzt und weiterentwickelt werden, Projekterfahrungen zugänglich gemacht sowie anderenorts erfolgversprechende Vorgehensweisen dauerhaft in betriebliche Personalentwicklungs- und Weiterbildungsstrukturen implementiert werden. Dies geschieht nicht ohne einen gewissen Aufwand und erfordert Aufmerksamkeit, Netzwerkkompetenz und strategisches Handeln von den Projektträgern [2].

Einzelnachweise