Gesundheit

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Als Gesundheit wird landläufig körperliches und psychisches Wohlbefinden, Beschwerdefreiheit oder auch Funktionsfähigkeit bezeichnet. Gesundheit wird oft in Abgrenzung zu Krankheit definiert. Andere Definitionen sehen Gesundheit und Krankheit jedoch als Kontinuum. Gesundheit kann subjektiv empfunden und/oder nach definierten medizinischen Kriterien "objektiv" festgestellt werden.

Definitionen von Gesundheit

Biomedizinisches Modell

In einem rein biomedizinischen Verständnis bedeutet Gesundheit die Abwesenheit von Krankheit oder Abnormität. Sie ist also ein normatives Konzept, welches sich anhand diagnostischer Kriterien einschätzen lässt (z.B. anhand von Entzündungswerten im Blut). Obwohl sich dieses Modell als sehr erfolgreich in der Förderung des medizinischen Fortschritts erwiesen hat, wird es in seiner reinen Form als zu reduktionistisch kritisiert[1].

Weltgesundheitsorganisation

Die Weltgesundheitsorganisation definierte Gesundheit 1946 in ihrem Gründungsdokument als einen "Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen."[2] Diese Definition verweist neben körperlichen und geistigen Aspekten ebenfalls auf die sozialen Determinanten von Gesundheit.

Salutogenese

Im von dem Medizinsoziologen Aaron Antonovsky entwickelten Konzept der Salutogenese wird von einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit ausgegangen. Gesundheit entsteht in dieser Sichtweise in einer Wechselwirkung von Schutz- als auch Risikofaktoren, Ressourcen und Stressoren. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem von Antonovsky geprägten Begriff des Kohärenzgefühls zu, dem Gefühl, dass das eigene Leben verstehbar, bewältigbar und sinnhaft ist[3]

Biopsychosoziales Modell

In den 1970er Jahren begründeten George L. Engel und John Romano das biopsychosoziale Modell von Gesundheit, welches heute unter anderem die Grundlage der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF)"[4] der Weltgesundheitsorganisation bildet. Das biopsychosoziale Modell postuliert, das Gesundheit und Krankheit aus einer Wechselwirkung zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren entstehen[1].

Gesundheit im Alter

In ihrem Beitrag Gesundheit und Krankheit im Alter stellen die Autoren Böhm, Tesch-Römer und Wurm drei Dimensionen von Gesundheit und ihre spezifische Bedeutung im Alter vor: somatische und psychische Gesundheit, funktionale Gesundheit und subjektive Gesundheit. [5]. Auch wenn mit steigendem Alter die Gesundheit zunehmend fragiler wird, muss dies nicht für alle Dimensionen der Gesundheit gelten.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Alonso, Y. (2004). The biopsychosocial model in medical research: the evolution of the health concept over the last two decades. Patient education and counseling, 53(2), 239-244.
  2. Weltgesundheitsorganisation. (1946). Verfassung der Weltgesundheitsorganisation. New York: Weltgesundheitsorganisation.
  3. Antonovsky, A. (1997). Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Tübingen: dgvt-Verlag.
  4. World Health Organization.(2001). International classification of Functioning, Disability and Health: ICF. Geneva: World Health Organization.
  5. Tesch-Römer, Clemens; Wurm, S. (2009). Wer sind die Alten? Theoretische Positionen zum Alter und Altern. In T. Böhm, Karin; Tesch-Römer, Clemens; Ziese (Ed.), Gesundheit und Krankheit im Alter (pp. 7–20). Berlin: Robert Koch-Institut.