Digitale Technologien

Aus Living Lab AAL
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Das Thema Digitale Technologien wird in vielen Bereichen aktuell viel diskutiert. So auch in der Pflege. Roboter, die Pflegehandlungen übernehmen sollen und die digitale Pflegedokumentation ist hier meist im Blick der Akteure. Im Wesentlichen geht es bei der Digitalisierung in der Pflege um drei große Bereiche: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Robotik und Assistenztechnologien. Die Grenzen zwischen diesen Bereichen sind fließend, vor allem wenn die Bereiche in einem Gesamtsystem verbunden sind. Die elektronische Dokumentation ist wohl der weitverbreitetste Bereich, in dem die digitalen Technologien in vielen Pflegesettings bereits Einzug gehalten hat. Ein Beispiel dafür ist z.B. das Krankenhausinformationssystem (KIS). Im Idealfall kann das KIS mit anderen spezialisierten Anwendungen vernetzt werden - beispielsweise mit der OP- und Anästhesiedokumentation, der Dialyse oder gar dem ambulanten Pflegedienst in Bezug auf die Überleitungspflege. Auch der Bereich der Telemedizin und Telenursing zum unmittelbaren Austausch von Daten unter anderem über Videotelefonie fällt auch in diesen Bereich. In vielen englischsprachigen Ländern gibt es hier zahlreiche best practice Modelle, die längst in der täglichen Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen Einzug gehalten haben. In deutschsprachigen Ländern ist hier u.a. die Charité in Berlin mit einem großen Projekt im Telemonitoring von chronischen Herzinsuffienz Patienten erfolgreich gestartet [1].

Robotik im Gesundheitssystem ist längst keine Utopie mehr, auch wenn das Thema erst am Anfang einer großen Revolution steht und, nicht nur von Expert*innen im Gesundheitswesen, meist noch skeptisch betrachtet wird. Sämtliche Roboter sind momentan meist noch erste Prototypen als Ergebnisse von Forschungsprojekten. Die Anforderungen an die Sicherheit und die Zuverlässigkeit sind besonders in der Pflege so hoch, dass die Entwicklung der Roboter noch am Anfang steht. Wenn überhaupt, werden Roboter erst langsam in der täglichen klinischen Praxis in der Lage sein, autonome Pflegehandlungen übernehmen zu können, wenn das überhaupt das Ziel der handelnden Akteure ist.

Wo liegt das wirkliche Potenzial dieser digitalen Technologien? Sogenannte Serviceroboter werden bereits zur Beförderung von Lasten, Verbrauchsmaterialien, Medikamenten etc. eingesetzt. Auch in OP-sälen werden bereits Roboter verwenden, um die Präzision und Sicherheit bestimmter Operationen zu erhöhen. Weit fortgeschritten und in vielen Ländern etabliert ist das DaVinci System. Science-Fiction – oder was? Es wirkt für viele noch wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film, wenn ein Mensch auf dem Operationstisch liegt, die Narkose funktioniert einwandfrei und nun beugt sich anstatt erfahrener Ärzt*innen ein Roboter über den Patient*innen. Sie schneiden, reparieren und nähen, meist präziser als die Chirurgin mit Erfahrung. Roboter in Operationssälen sind längst Wirklichkeit. Und nicht nur das, einige Systeme haben inzwischen sogar schon wieder ausgedient. Dennoch steht die Entwicklung hin zu automatisierten Operationen erst ganz am Anfang. Alle Expert*innen sind sich einig: Die Chirurgie wird in Zukunft immer technischer.

Immer stärker dringt der technologische Fortschritt auch in die Operationssäle vor und wird eines Tages von dort nicht mehr wegzudenken sein. Roboter und Computer werden Ärzt*innen immer mehr zur Hand gehen und so zu unverzichtbaren Assistenten. Denn Roboter können Dinge leisten, die selbst erfahrene Chirurg*innen nicht vermögen. Damit ist das Entscheidende auch schon verraten: Die Maschinen werden zu unverzichtbaren Assistenten und nicht mehr. Heute ist es noch nicht denkbar, dass das medizinische Personal die Patient*innen nur noch auf die Operation (OP) vorbereitet, die Narkose vornimmt und ein Roboter den Rest erledigt. Viel zu viele Entscheidungen müssen während einer OP getroffen werden. Zudem lässt sich jahrelange ärztliche Erfahrung nicht einfach in irgendeine Programmiersprache übersetzen, um dann die stählernen Kollegen damit zu füttern.

Einzelnachweise

  1. Middeke, P., & Goss, F. (2014). Telemedizin bei chronischer Herzinsuffizienz. Prävention und Gesundheitsförderung, 10, 76–78. https://doi.org/10.1007/s11553-014-0477-7