AAL-Technologien

Aus Living Lab AAL
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bei AAL-Technologien handelt es sich generell um komplexe Konglomerate aus Technologien und Dienstleistungen, die Menschen in der selbständigen Bewältigung des Alltags unterstützen [1] [2]. Dabei dienen AAL-Systeme grundsätzlich der Steigerung der Lebensqualität und nicht nur der Kompensation körperlicher oder kognitiver Einschränkungen [3] AAL-Technologien oder technische Unterstützungssysteme bzw. Assistenzsysteme können als Umgebungsressource verstanden werden, die älteren Menschen den Zugang zum sozialen Leben auch bei nachlassenden Fähigkeiten ermöglicht [4].

AAL-Technologien helfen nicht nur älteren Menschen, sondern auch Menschen mit Behinderungen [5] oder pflegenden Angehörigen. Das Auffinden geeigneter AAL-Lösungen und AAL-Technologien ist für die End User jedoch nicht immer einfach. TAALXONOMY ([1]) - eine Taxonomie zur Klassifizierung von Produkten und Dienstleistungen aus dem Bereich Active & Assisted Living (AAL) - stellt ein einfaches und intuitives Kategorisierungssystem von AAL Produkten und Dienstleistungen dar [6].

In den letzten Jahren sind zahlreiche Technologien zur Entlastung Pflegender und Unterstützung Assistenzbedürftiger in ihrem Alltag entwickelt und erforscht worden [7]. Das Spektrum reicht dabei von einfachen Hilfsmitteln, die an eine Medikamenteneinnahme erinnern, bis hin zur Robotik und komplexen Robotersystemen, die diverse Aufgaben des Alltags übernehmen sollen [7].

Eine große Bedeutung innerhalb der AAL-Technologien kommt den Informations- und Kommunikationssystemen zu. Diese Systeme dienen zum Informationsaustausch und zur Kommunikation zwischen allen am Pflegeprozess beteiligten Akteuren [8] [9].

Beispiele für Handbücher und Produktkatalogen zu AAL-Technologien

Beim Wegweiser Alter und Technik ([2]) vom Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (FZI) handelt es sich um eine Referenzdatenbank für technische Hilfsmittel sowie eine Informationsplattform für den einfachen Zugriff auf das gesammelte Wissen. Die nationale - auf Deutschland bezogene - Referenzdatenbank "Wegweiser Alter und Technik" baut auf der in einem Vorgänger-Projekt entstandenen Plattform "Wegweiser Pflege und Technik" (gefördert vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)) auf und wurde vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg von 2011 bis 2014 gefördert.

Das Handbuch Wohnen mit technischer Unterstützung. Geräte – Einsatzfelder – Kosten ([3]) wurde vom Fachbereich Senioren der Landeshauptstadt Hannover herausgegeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland gefördert. Dieses Handbuch gibt einen umfangreichen Überblick über Geräte und Anbieter aus den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation und Alltagsleben.

Der AAL-Produktkatalog ([4]) der Rehatronik GmbH (A-3353 Seitenstetten) (Stand 2018) gibt ebenfalls einen Überblick.

Der AAL Market and Investment Report – A study prepared for the AAL Programme by Technopolis Group ([5]) veröffentlicht im Mai 2018 bietet eine Produktübersicht über ausgewählte AAL-Lösungen ab Seite 55-63 in englischer Sprache.

Einzelnachweise

  1. Fachinger U, Henke K-D, Koch H, Schöpke B, Troppens S. Gesund altern: Sicherheit und Wohlbefinden zu Hause. Marktpotenzial und neuartige Geschäftsmodelle altersgerechter Assistenzsysteme. Henke KD (Hrsg). Baden-Baden: Nomos 2014
  2. Fachinger, U. (2017). Technikeinsatz bei Pflegebedürftigkeit. In A. Jacobs, K.; Kuhlmey, A.; Greß, S.; Klauber, J.; Schwinger (Ed.), Pflege-Report 2017. Schwerpunkt: Die Versorgung von Pflegebedürftigen. Stuttgart: Schattauer
  3. Wahl HW, Claßen K, Oswald F. Technik als zunehmend bedeutsame Umwelt für Ältere: Ein Überblick zu Konzepten, Befunden und Herausforderungen In: Fachinger U, Henke KD (Hrsg). Der private Haushalt als Gesundheitsstandort. Theoretische und empirische Analysen. Europäische Schriften zu Staat und Wirtschaft 31. Baden-Baden: Nomos 2010; 15–32
  4. Wahl, H. W., Iwarsson, S., & Oswald, F. (2012). Aging well and the environment: Toward an integrative model and research agenda for the future. Gerontologist, 52(3), 306–316. https://doi.org/10.1093/geront/gnr154
  5. Jakub Samochowiec & Angela Schmidt (2017). Robotik und Behinderungen. Wie Maschinen morgen Menschen helfen. Herausgegeben vom GDI Gottlieb Duttweiler Institute, Rüschlikon, Zürich
  6. Leitner, P., Neuschmid, J., & Ruscher, S. (2015). TAALXONOMY Guidebook. Entwicklung einer praktikablen Taxonomie zur effektiven Klassifizierung von AAl-Produkten und Dienstleistungen. Retrieved from https://www.taalxonomy.eu/en/
  7. 7,0 7,1 Eggert, S., Garay, S., Sulman, D., & Teubner, C. (2019). Pflege und digitale Technik. Retrieved from https://www.zqp.de/wp-content/uploads/ZQP-Report-Technik-Pflege.pdf
  8. Ball MJ, Hannah KJ, DuLong D, Newbold SK, Sensmeier JE, Skiba DJ, Troseth MR, Gugerty B, Hinton Walker P, Douglas JV. Nursing Informatics. Where Technology and Caring Meet. London:Springer-Verlag London 2011
  9. Lindberg B, Nilsson C, Zotterman D, Söderberg S, Skär L. Using Information and Communication Technology in Home Care for Communication between Patients, Family Members, and Healthcare Professionals: A Systematic Review. International Journal of Telemedicine and Applications 2013 (3): 1–31